LEP#166 - Peter beim Julian Alps Trailrun by UTMB

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Nachdem IATF (Innsbruck Alpine Trailrun Festival) dieses Jahr hat sich Peter relativ schnell für den Julian Alps Ultra Skytrail 100k im Rahmen des Julian Alps Trailrun by UTMB als seinen zweiten A-Wettkampf entschieden und das Training darauf ausgerichtet. Ob das gewünschte Ergebnis dabei rausgekommen ist könnt ihr euch in dieser Folge anhören. Viel Spass.

Wer sich die ganze Geschichte in Text und Bild zu Gemüte führen will – Bitteschön:

Der Prolog

Der Julian Alps Ultratrailrun über 108 km war das zweite große Highlight des Jahres 2022.

Nach dem nach Plan verlaufenem Auftakt im Frühling in Innsbruck und den guten Vorbereitungswettkämpfen in Kainach und Saalbach war Peters Erwartungshaltung an sich selbst und die mögliche Performance doch recht hoch.

Der knallende Höhepunkt sollte nun also in Slowenien stattfinden.

Julian Alps Ultra Sky Trail by UTMB – 108 KM / 4800 hm

Peters Läuferprofil in Slowenien

Die Werte des Laufs sahen gut aus, das Höhenprofil ähnelte dem des IATF auch, d.h. ein großer Climb und der Rest rollend. Ebenfalls dabei ein langer Downhill und ein langer technischer Skytrail. Perfekt.

Die Julian Alps Ultra Sky Trail by UTMB 100k in der Originalvariante

In Woche vor dem Rennen ging es also top vorbereitet in die Feinplanung. Die Zielzeit wurde mit Sub 13 definiert – ein extrem ambitioniertes A-Ziel.

Um hier optimal performen zu können wurde auch an der Verpflegung gefeilt. Neben den bewährten High5 Gels wurde auf Spring Energy (Danke Sporthunger für die großartig schnelle Lieferung)gesetzt. Durch die Mischung sollte noch mehr Konstanz in der Energiebereitstellung erreicht werden und vor den intensiven Passagen nochmal mittels extra Kalorien und Kohlenhydraten ein Schub bringen.

In den letzten Tagen vor dem Wettkampf rückte die Wettervorhersage immer weiter in das Zentrum der Beobachtungen.

Es sollte ein kühles und mitunter regnerisches Wochenende werden.
Zwei Tage vor dem Start wurden nochmals mit dem Trainer der Timetable durchgegangen und für machbar befunden, nur um einige Stunden später zu lesen, dass die Strecke geändert wurde.

Der ursprüngliche Zeitplan

Die Veranstalter wurden aufgrund der Vorhersage (Schnee bis unter 2000m und starkem Regen) dazu gezwungen, den höchsten und wohl schönsten Teil des Kurses komplett umzubauen.

Bei Kilometer 60 sollte es innerhalb von 7-8 Kilometer von 600m auf über 2200m gehen und danach mehr als 20km am Bergkamm entlangführen.

Das Höhenprofil der Alternativroute

Stattdessen zeigte der Plan B nun einen Anstieg auf 1600m, dem Berg entlang und nach einem kurzen Abstieg auf den neuen höchsten Punkt bei knapp unter 1800m. Die Skytrailpassage sollte sich nun auf 1-2 Kilometer beschränken.

Gleich blieb hingegen der abschließende 10km lange Radweg des Todes mit der entschärften (weil es ja regnen sollte) Sadistenschleife am Ende.

Expo / Pre-Start

Am Tag vor dem Start konnten bereits die Startunterlagen geholt und ein Busticket um wohlfeile 15€ erworben werden. Gleichzeitig konnten auf der kleinen aber feinen Expo Accessoires, Merchandise gekauft und Infos zu anderen Ultratrails eingesammelt werden. Damit sollte ein entspannter Renntag gesichert sein.

Die Nacht war wie üblich durch wenig Schlaf geprägt – man gewöhnt sich dran.
Am Tag des Wettkampfs wurde die Wettervorhersage immer düsterer, wenngleich es ein nasser Start mit stoppendem Regen in der Nacht werden sollte. Diese würde erst gegen Mittag wiederkehren, sagte die Prognose.
Am Nachmittag in Kranjska Gora begann es zu regnen und einem nassen Start sollte nichts im Wege stehen.
Bekannte Gesichter eingesammelt und ein gemeinsames Gruppenfoto muss schon sein, solange man noch fit dreinschaut und lächeln kann.

Peter gemeinsam mit Harry, Felix, Nicole und Peter - so muss Trail!
Mit der Trailgurke und eine Portion Frohmut ab zum Start

Um 1900 in den Bus und eine Stunde vor dem Start vom Busfahrer am Busbahnhof von Radovljica aus selbigen gebeten. So standen dann Menschen aus 3 Bussen am Busbahnhof, der offensichtlich nicht der Start war. Dieser war auch nicht zu sehen und es sollte auch kein Schild, keine Markierung oder ein Leitsystem geben. Perfekt!

Ein Läufer hat mittels Standortnavigation zuerst den eigenen Standort und über die Webseite den Standort des Starts festgestellt und konnte als Groupguide eine große Schar an Läufer:innen zur Ortsmitte und so zum Start bringen. (Hier ist organisatorisch noch ein bissl Spiel nach oben).

Am Startpunkt gab es zumindest einen warmen Wartebereich, eine aufspielende Blasmusikkapelle, eine gutgelaunte Fr. Poletti, WCs und Zartbitterschokoladebecherchen mit Schnaps. Das versöhnt.

ein kleines schlückchen vorm Start muss sein
Start me up (Harald glüht vor)

In voller Regenmontur (Regenjacke, Regenhose, Handschuhe) ging es zum Start.

Start

Der erste Abschnitt war wurde vorab ein wenig recherchiert und auf dem ersten Kilometer sollten zwei Engstellen sein, die, wenn man sich falsch einsortiert, zu längeren Wartezeiten führen könnten. Dieser Gedanke und der übliche Feuereifer am Beginn kombiniert, führten zu der bekannten Situation der “Idiots on the Run”.

Startfoto
Start aus der ersten Reihe – kann nur gut gehen

Völlig Hirn- und sinnlos, wurde der erste Kilometer in Sub5 und der zweite Kilometer in unter 4:30 dahin geknallt. Man gewinnt ja, wie alle wissen, einen 100er auf den ersten Metern. Der Puls direkt auf 170+ und als Kirscherl auf der Torte, riss die Befestigung des Köchers an der Laufweste. Mit Haralds Unterstützung wurde nun im vollen Lauf versucht, den Köcher auf eine andere, schon zusätzlich angenähte Halterungsschlaufe zu montieren. Der Versuch scheiterte kläglich. Also den Köcher irgendwie halb hängend in eine Tasche wurschteln, die Stöcke in die Hand und weiter.
Bei Kilometer 3 oder 4 hat Peter dann endlich das Tempo ein bisschen raus genommen (oder rausnehmen müssen), weil ihm klar wurde, wenn er weiter so mitbrettert, ist der Ofen bei Kilometer 20 aus und er kann sich direkt das DNF ins Knie ritzen.

An der ersten Verpflegungsstelle, kurz hingesetzt und den Köcher doch noch sinnvoll neu befestigt und dabei noch 6 Minuten vor dem ambitionierten Zeitplan geblieben. Das könnte sich ja fast noch rächen.
Doch zunächst weiter im flotten Trab und großteils auf Forststrassen und guten Waldwegen durch die dauerberegnete Nacht. Kilometer 25 – zweiter VP – die Zeit noch gut, die Beine schon etwas müde. Das ging ja flott, mit der Übersäuerung. Grandios. Noch mehr als 80km to go und der Korpus mosert schon. Nach wieder ca. 3 Minuten Aufenthalt ab zum nächsten Abschnitt – zu diesem Zeitpunkt war Peter auf Platz 24 und am Weg nach vorne.

In dieser Passage hat sich offenbar auch ein Spassvogel ausgetobt und einige Markierungen entfernt bzw. bei einer Abzweigung sogar den falschen Weg markiert. Die Gruppe hielt zusammen und gemeinsam wurde mittels GPS Track der Weg eingehalten ohne viele Extrameter. Ein Ast, der sich aufstellte, die Regenhose durchbohrt gleich aufriss, wollte auch mitspielen und so war auch das Ende dieser Hose nach dem Rennen besiegelt.

Im ersten nennenswerten Downhill zur VP bei Kilometer 36 versuchte Peter seine Stärke etwas auszuspielen und konnte zumindest einige Plätze gut machen und sich etwas absetzen. Dennoch lief es weder locker noch leicht. Und ganz nebenbei war es kalt und es hat geregnet.

Kilometer 36 – der Verpflegungspunkt für der großen Talquerung und Platz 16 bei einem Vorsprung von 19 Minuten auf den Zeitplan. Die Zahlen sollten ja Anlass zum Jubeln geben. Das Problem war nur, dass bereits jetzt die Beine schmerzten, der Energielevel dort war, wo er üblicherweise er nach ⅔ landet und der Kopf schon mit dem Gedanken spielte, dass so ein DNF eigentlich auch nicht die schlechteste Wahl ist.

Down to Bled – Let the Mindgames begin

Die letzten Höhenmeter zum See Bled und der Promenade entlang Richtung Dropbag.

Richtung Dropbag? Ist da nicht noch ein Verpflegungspunkt bei KM46 dazwischen? Offenbar ja, aber wenn man, wie Peter schon ein bisschen neben der Spur ist, läuft man über die Zeitmatte und übersieht den VP – Tippitoppi, wer braucht schon aufgefüllte Flasks, sind ja nur 11km bis zur nächsten Station. Hier war es das erste und einzige Mal gut, dass es kalt und nass war, denn so ist der niedrigere Wasserkonsum nicht so brachial ins Gewicht gefallen. 1 Liter auf 20km ist aber auch bei dieser Witterung zu wenig – da heisst es für die Zukunft lernen.

Und im Kopf ging es rund. Aussteigen beim Dropbag? Bringt das noch irgendetwas? Wozu überhaupt? Die zweite Hälfte wird ja noch ekliger. Hoch gwinnen wirst es nimmer. Warum regnet es eigentlich noch immer?

Fertiges Gesicht bei Halbzeit
Große Begeisterung bereits bei Halbzeit – beim Dropbag die Überlegung eines DNFs

To the Dropbag

Die Einkehr bei der Dropbagstation bei KM56 erfolgte nicht ganz einer Gruppe, aber die Abstände zwischen Rang 15 und Rang 30 waren überschaubar. Peter, als 24ster mittendrin, trat in die Hütte ein und war ob des chaotischen Haufens an Dropbags und den beiden völlig überforderten Helfern doch recht irritiert. Er begann sein Dropbag zu suchen, welches er zum Glück nach 1-2 Minuten fand (im Gegensatz zu anderen, die entweder mehr als 10 Minuten brauchten oder es gar nicht zu Gesicht bekamen). Gleichzeitig traf er Harald wieder. Dieser war nur ein paar Minuten vor Peter angekommen, hat aber beschlossen, dass es an dieser Stelle zu Ende sein soll. Wie bereits beim GGUT hat sich sein Sprunggelenk gemeldet und Downhill war kein Laufen mehr möglich. Im Hinblick auf die zweite Rennhälfte ein weiser und sinnvoller Entschluss.

Als Peter das erfuhr, war er in einem harten Kampf, das Rennen ebenfalls abzubrechen. Harald redet ihm zu und nach einigen Minuten des inneren Kampfs (während er sich umzog) ging es doch zumindest bis zur nächsten Verpflegungsstation. Denn man gibt immer erst bei der nächsten VP auf! Dennoch war der Aufenthalt mit über 20 Minuten so nicht geplant. Angekommen vor dem Zeitplan war nun jeder Vorsprung dahin und die Idee, das Rennen in Sub 13 zu finishen zerbarst wie eine reife Melone auf einem Felsvorsprung.

Das neue Ziel musste also heissen – irgendwie den Kadaver ins Ziel schleppen.

Dying up that hill

Direkt nach der Dropbagstation ging der Uphill los und der hatte es in sich. Kalt, nass, fertig und mit schweren Beinen kroch Peter eine gefühlte Ewigkeit die nächsten Kilometer hoch. Das dieser Part einer der steilsten und schwierigsten werden würde, war vorher schon klar, aber so in echt und in der Minute ist es dann gleich noch 3 x so blöd. Blendende Idee, dieses weitermachen! Super, Bub!
Biebernd und stehend K.O. wankte Peer um 10 vor 6, nach knapp 9 Stunden im Rennen in die nächste Labestation. Dusche hatten sie nicht, warme Betten Fehlanzeige, Saunakabinen – vergiss es. Ein kleiner Gang, der zumindest Regen und Windgeschützt war und ein trockenes WC. Man nimmt, was man kriegen kann. Ein Mitstreiter, der sein Dropbag leider nicht fand, musste hier einen Powernap in seiner Aludecke einlegen. Peter plagte ebenfalls Schüttelfrost, wieder waren die Gedanken an ein DNF präsent, aber einerseits konnte sich Peter auf seine Faulheit verlassen (es ist total kompliziert jetzt retour gebracht zu werden und das ist sicher auch langwierig. Wer weiss, ob da überhaupt etwas fährt) und andererseits war es ja nichtmal mehr ein Marathon. Das wird doch wohl zu machen sein.

Heisser Tee im Flask, heisser Tee im Mund – das war nicht die Erfüllung, aber es war besser als kein heißer Tee. Bei einer Aufenthaltsdauer von wieder mehr als 20 Minuten hatte Peter nun 10 Plätze verloren und war bei der Ankunft bereits eine halbe Stunde hinter dem Zeitplan. Na, das wird wohl kein Rekord.

stehend k.o in der Labestation
Müde – k.o. – aber zu doof aufzugeben

Aus der Hütte raus und weiter hoch den Berg. Die nächsten 800hm warten in den nächsten 7km. Die Freude war riesig, die Schritte waren klein und die Geschwindigkeit ein Witz. Zu allem Überfluss kamen den Läufer:innen auch noch Sturzbäche entgegen – what else. Doch es ging dennoch vorwärts. Und aufwärts. Ab und zu kam ein anderer Starter vorbei und obwohl Peter sich bemühte, sich anzuhängen oder zumindest nicht wie eine Faschingsgirlande des letzten Frühlings in der Kurve zu hängen, musste er sie ziehen lassen.

Erst nach einigen Kilometern hatte er sich wieder gefangen und konnte sich an einem Mitstreiter anhängen. Der war zwar bergauf etwas stärker und ging voraus, aber er war weniger trittsicher und so konnte Peter ihn auf den unfassbar schlammigen, tiefen und rutschigen Trails auf geraden Stücken und vor allem bei den kurzen Downhills wieder eingeholen. Eine kleine Seilschaft war geboren. Um 07:40 kamen die beiden am höchsten Verpflegungspunkt Golica bei KM75 an. Es hatte nach mehr als 10 Stunden aufgehört zu regnen. Hier schneite es nämlich und Wind wurde heftiger. Nachdem sie kurz verdattert auf die im Freien aufgebaute Labe gestarrt haben, entschieden sie sich geschwind, in die Berghütte zu wanken.

Schneesturm auf 1700m
Schnee im September – aber sicher , aber gerne

Die Helferin vor Ort verdient einen Orden. Sie befreite die ankommenden Läufer:innen von den nassen Handschuhen und Shirts, hängte alles auf den Kachelofen. Sie gab dem einen oder anderen die eigene Jacke zum kurz darunter aufwärmen, brachte Tee und kümmerte sich um alle. Ganz groß – ganz groß!

Trotzdem war der Schüttelfrost wieder in Peters Körper und er fror vor sich hin. Mittlerweile auf Platz 35 war das mit dem Wettkampf eher ein Nebenschauplatz. Im Moment wollte er nur einigermaßen wohlbehalten von diesem Berg runterkommen. Auch hier war die Aufenthaltsdauer wohl 15-20 Minuten. Glücklicherweise hatte Peter noch trockene Armlinge im Rucksack und ein trockenes, wenngleich armellöses Unterziehshirt. Besser als ein Eiswasserkübel übern Kopf.

Das wird es jetzt ja wohl gewesen sein mit dem Leiden und den Unwegsamkeiten.

Golica to Dovje – Freezing Mudkickers

Nicht mal ansatzweise. Ab Golica bis nach Dovje ging der Schlammspass erst richtig los. Zuerst den Berghang entlang, hier immer schön darauf achten, dass die Beine unterm Körper bleiben und nicht seitwärts den Hang runtergleiten und dann rauf auf den Bergrücken.

so sah es am weg zum höchsten Punkt aus und dann am Downhill (Videos by Zsolt Kiss)

Hui da pfeift es und der Schneefall kommt plötzlich eher von der Seite als von oben. Jawohl! Innerlich fluchend und äußerlich frierend kämpfte sich eine ganze Gruppe rund um Peter auf den höchsten Punkt des Trails. Endlich sollte es bergab gehen, doch die bisherige Reise hat gezeigt, dass auch Downhills nach ewigem Dauerregen, der natürlich weiter anhielt, nicht so großartig sind, sondern eher eine sumpfige Schlitterhölle. (Im Nachhinein betrachtet hatte er ab Glück, einer der ersten 35 Leute zu sein, die hier versanken und gerutscht sind – nach 200-300 Leuten war das nicht mehr als erkennbar.) In der eigenen Wahrnehmung kroch Peter diese Passage nach unten, obschon er hier einige Plätze und Zeit gut machte. Am Weg nach unten zog er nach der zweiten Rutschpartie seine Regenhose aus, die dauernd nach unten wollte und verstaute sie im Rucksack. Nadann halt unten kurz….. hilf ja nix. Im weiteren Verlauf sollte es ihn noch zwei mal mit Schmackes am Arsch setzen, aber im Vergleich zu vielen anderen Mitbewerber:innen sah er am Ende dieses Downhills noch galareif aus.

Knietief mal wörtlich

Kurz vor Dovje spuckte der Wald ihn aus und der Asphalt begann. Auf Platz 34 liegend war dies der erste Stop, der wieder in gewohnter Geschwindigkeit funktionierte und nach unter 2 Minuten ging es Richtung Ziel.

Runwalk to Srednji Vrh

Da war er also – der Fahrradweg der Freude. Knapp 10 Kilometer Asphaltband mit einer leichten Steigung. Laufen war so semi und Peter verhandelte mit sich selbst. 500m laufen, 100m gehen, 500m laufen, 100m gehen. Ein groteskes und tragisches Bild. Einige hundert Meter vor ihm sah er zu Beginn einen anderen Läufer und hatte kurz die Ambition, hier nochmal aufzudrehen, doch der Körper lächelte nur müde. Also weniger lächeln und mehr müde. Doch offenbar konnten auch die Mitbewerber:innen hinter Peter nicht mehr so richtig kontern. Da kam niemand.

Nadann – Zombierun in Richtung Sadistenschleife. Nach knapp 97km trafen alle Strecken aufeinander und so fand sich Peter plötzlich in einer bunten Schar von 10km Starter:innen, am Anstieg kamen die ersten drei 30km Läufer vorbei und als er endlich den letzten Downhill vor sich hatte kamen Nummer 4 und 5 der 30km Starter ums Eck. Hinunter konnte er sich anhängen, doch sobald der Downhill vorbei war, zogen sie flott weiter.

Finish

Die letzten Kilometer irgendwie heruntergebogen sah Peter nach knapp mehr als 15 stunden und 30 Minuten das Ziel. Emotional war der Kopf sehr leer und auf den letzten Meter bekam er auch leicht feuchte Augen.

Nichts an diesem Rennen war schön – es war ein einziger Kampf – ein einziger Struggle. Aber wenn man zu doof zum Aufgeben ist, muss man halt finishen.

Zielfoto
Zieleinlauf – Feuchte Augen Inklusive

Platz 31 und 9ter in der AK sind es noch geworden – nicht optimal, aber final.

Emotion im Ziel des Julian Alps Trailrun by UTMB
das musste mal sacken

Etwas später aber bärenstark konnte Felix ebenfalls das Finish erreichen und sich so einen weiteren 100er ins Kerbholz ritzen.

Die DNFs von Harald mit seinem Sprunggelenk, Nicole deren Kopf ihr einen Strich durch die Rechnung machte und Vanessa, der ein Foul bei KM3 eine Platzwunde und eine Gehirnerschütterung einbrachte, sowie der mehr als 35% der anderen Starter:innen sind alle nachvollziehbar. Dazu kamen ja auch noch die gestoppten Läuferinnen, da es den Veranstaltern über die Zeit zu gefährlich wurde.

Die Bergwacht wurde im Laufe des Wettkampfs verdreifacht, aber nach mehreren Einsätzen inkl. Krankenhaustransport und einem Hubschraubereinsatz mussten die Reißleine ziehen.

Die Bilder und Video sprechen Bände.

Hier noch der tatsächliche Timetable mit Ist / Abweichung und Soll und die Analyse im Nachhinein.

Peters Analysetabelle des Julian Alps Trailrun by UTMB
Eine etwas tragische Analysetabelle inkl. Einbruch und Recovery

Interessante Einblicke in den Rennverlauf bieten auch immer die Vergleichstabllen

Fazit

  • Jedes DNF bei diesem Abenteuer war verständlich
  • Zu schnell starten rächt sich
  • Wechselkleidung ist wichtig
  • Warme Kleidung auch

Auf der positiven Seite:

  • die Mental Games funktionieren echt lange
  • die Essensstrategie ist wunderbar aufgegangen
  • selbst im schlimmsten Zustand zaubert einem bei KM80 Blinker links mit “Pimmel raus, Mofa fahren” ein Lächeln aufs Gesicht.
  • Bei gutem Wetter ist der Lauf sicher eine Reise wert und wer weiss, vielleicht gibt es ein Wiedersehen.

Links zum weiterhören

Podcast Episode Pre Julian Alps mit dem Trainer | Update zum Julian Alps vor dem Rennen

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